Geschichte der Bayerischen Staatsoper

K?nigliches Hof- und Nationaltheater
K?nigliches Hof- und Nationaltheater

Geschichte der Oper in München

Am Anfang der Geschichte der Münchner Oper steht der h?fische Prunk des jungen italienischen "dramma per musica", jener neuen, zun?chst elit?ren, sp?ter aber - in Venedig - schnell volkstümlich werdenden Form musikalischen Theaters. Der Kurfürst Ferdinand Maria errichtete im Herkulessaal der Residenz ein Saaltheater, in dem vor der Hofgesellschaft die ersten italienischen Operndarstellungen inszeniert wurden. Gleichzeitig baute er nach einem Plan seines Vaters Maximilian I. das erste freistehende Opernhaus Deutschlands, indem er das alte Kornhaus, den sogenannten "Haberkasten" am Salvatorplatz, zu einem Barocktheater umgestaltete. Die h?fische Ausstattungsoper bediente sich dabei meist mythologischer Stoffe und allegorischer Figuren zur Huldigung an den Fürstenhof. Oft trat die technische Ausstattung mit Flugmaschinen, Seeschlachten und Triumphzügen in Wettstreit mit der Musik.

Unter der Regierung des Kurfürsten Max II. Emanuel in den Jahren 1679 bis 1726 setzte die italienische Oper ihren Siegeszug in München fort. Sein Nachfolger Max III. Joseph lie? dann auch von Francois Cuvilliés das "teatro nuovo pressa la residenza", das Residenztheater erbauen - auch heute noch als "Cuvilliés-Theater" Opernbesuchern aus aller Welt ein Begriff. Aus dem "dramma per musica" war inzwischen die "opera seria" mit dem Kult der Arie, des Belcanto, der Primadonnen und Kastraten geworden. Allm?hlich entwickelten sich aber überall aus der Bürgerschicht volkstümliche Opern und Singspiele. Die Stoffe der Mythologie und der Fürstenhuldigung wichen lebensn?heren Bezügen aus dem bürgerlichen Bereich. Neue entscheidende Anst??e kamen dabei etwa aus der revolution?ren franz?sischen "opéra comique" oder dem Wiener und Leipziger Singspiel.

Aus einer Mischung verschiedenster Stilelemente besteht die "opera buffa", die Mozart mit 19 Jahren noch unter der Regentschaft von Max III. Joseph als seine erste Münchner Auftragsoper mit dem Titel La finta giardiniera komponiert hatte. Sechs Jahre sp?ter schrieb er im Auftrag des Kurfürsten Karl Theodor seine "opera seria", den Idomeneo zu Ende, ein Werk das - am 29. Januar 1781 im Residenztheater uraufgeführt - für den 25-j?hrigen Mozart einen entscheidenden Durchbruch bedeutete.


Die künstlerischen und politischen Str?mungen im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts wurden von Max IV. Joseph bestimmt, der von 1799 an als Kurfürst, dann seit der Erhebung Bayerns als K?nigreich als K?nig Max I. von 1806 bis 1825 regierte. Im Jahre 1802 wurde der alte "Haberkasten" am Salvatorplatz abgetragen. Die "Hof-National-Schaubühne" wanderte als "Churfürstliches Hoftheater" in das Theater Cuvilliés'. Eine der letzten entscheidenden Taten des ersten bayerischen K?nigs Max war die Grundsteinlegung zu dem Bau des K?niglichen Hof- und Nationaltheaters am Marstallplatz im Jahre 1811. Das nach Pl?nen Carl von Fischers errichtete Haus brannte am 14. Januar 1823 nieder, konnte aber unter der Leitung des Architekten Leo von Klenze dank der Opferbereitschaft der Münchner Bürger bereits zwei Jahre sp?ter seine Pforten wieder ?ffnen.

Mit der Thronbesteigung des K?nigs Ludwig I., der das Erbe seines Vaters von 1825 bis 1848 verwaltete, und mit der Belebung des neuen Nationaltheaters begann wiederum eine neue Epoche der Münchner Oper. Eine der ersten Ma?nahmen des K?nigs waren die Schlie?ung des Volkstheaters am Isartor und die endgültige Aufl?sung der italienischen Oper. Damit war der Weg für die heimischen Kr?fte, aber auch für alle gesamteurop?ischen Str?mungen frei gemacht.


Die Regierungszeit des kunstbegeisterten bayerischen M?rchenk?nigs Ludwig II. von 1864 bis 1886 ist eng mit dem Namen Richard Wagner verbunden. Schon kurz nach seiner Thronbesteigung holte der neunzehnj?hrige K?nig den v?llig verschuldeten Komponisten, dessen Lohengrin ihn zwei Jahre zuvor bezaubert hatte, nach München. Eine umstrittene und im politischen Bereich tragisch endende Freundschaft zwischen Fürst und Musiker führte eine neue Glanzzeit in der Geschichte der Münchner Oper und des Musikdramas überhaupt herauf. Marksteine dieser Entwicklung sind die Uraufführungen von fünf Meisterwerken Richard Wagners. Am 10. Juni 1865 dirigierte der neue Hofkapellmeister Hans von Bülow Tristan und Isolde und drei Jahre sp?ter Die Meistersinger von Nürnberg in Gegenwart des K?nigs. Es folgten am 22. September 1869 und am 26. Juni 1870 die Uraufführungen von Das Rheingold und Die Walküre unter der Leitung von Franz Wüllner. 1888 wurden Die Feen uraufgeführt. Das K?nigliche Hof- und Nationaltheater stand im Blickpunkt der europ?ischen Musikwelt.

Unter dem von 1867 bis 1893 amtierenden Generalintendanten Karl von Perfall begannen die Festspiele. Er veranstaltete erstmalig im Jahre 1875 einen Festsommer mit Opern von Mozart und Musikdramen von Wagner. Die Festspielidee dr?ngte mit der Zeit auch nach einem eigenen Festspielhaus - so entstand unter dem neuen Generalintendanten Ernst von Possart um die Jahrhundertwende innerhalb einer Jahresfrist das Prinzregententheater, erwachsen aus dem Wunsch der Bürger und gef?rdert von dem kunstsinnigen Prinzregenten Luitpold. Die Er?ffnung am 21. August 1901 mit den Meistersingern unter Hermann Zumpe war ein wirkliches Fest des Volkes und leitete eine Glanzzeit der Münchner Opern-Festspiele ein.


Zumpes Nachfolger Felix Mottl bereitete Richard Strauss den Boden in der Vaterstadt München, wenn er auch zun?chst das bürgerliche Publikum mit den Erstaufführungen von Salome, Elektra und der Wiederaufnahme des sp?ttischen Singgedichts Feuersnot erschreckte. Seine letzte gro?e Dirigiertat war die Münchner Premiere des Rosenkavalier am 1. Februar 1911, seit der Richard Strauss neben Mozart und Wagner in dem Dreiklang der Münchner Opern-Festspiele mitschwingt. Namhafte Künstler wie Enrico Caruso, Karl Erb oder Maria Ivogün verschafften der Münchner Oper zu dieser Zeit Weltruhm.

Die Premieren unter Bruno Walter er?ffneten dem Münchner Publikum neue Klangwelten mit den Hauptwerken von Franz Schreker, Erich Wolfgang Korngold, Max von Schillings und mit der Ariadne auf Naxos von Richard Strauss. Seit dem Jahre 1922 gab Bruno Walters Nachfolger Hans Knappertsbusch in 14 Jahren kontinuierlichen Wirkens der Münchner Oper ein wiederum neues, nicht minder starkes Gepr?ge. Zu seiner Zeit entfalteten sich Dirigenten wie Robert Heger, Karl Elmendorff, Paul Schmitz, Karl B?hm und Carl Tutein. Wilhelm Furtw?ngler und Hans Pfitzner standen an den Dirigierpulten des Nationaltheaters und des Prinzregententheaters. Als Hans Knappertsbusch 1934 als politisch Verfemter zusammen mit Clemens von Franckenstein gehen mu?te, blieb die Münchner Oper für zwei Jahre nahezu verwaist. Sein Name aber wurde zur Legende.


W?hrend des Dritten Reiches sollte München ein neues Opernhaus bekommen. Mit Clemens Krauss, der die Vollmachten eines Generalintendanten und eines Generalmusikdirektors glücklich in seiner Hand vereinte, konnte sich die Münchner Oper trotz Unterdrückung und Krieg weiter entfalten. H?hepunkte setzte Clemens Krauss in seinem Wirken und in der Geschichte des Nationaltheaters mit den Uraufführungen von drei Werken seines Freundes Richard Strauss, drei traumhaften Anachronismen, die doch künstlerische Wirklichkeit waren: Friedenstag 1938, Verklungene Feste 1941 und Capriccio 1942. In der Bombennacht vom 3. auf den 4. Oktober 1943 verwandelte sich das Nationaltheater in eine gespenstische Ruine. Weitere Zerst?rungen und Besch?digungen und die Ausrufung des "totalen Krieges" im August 1944 brachten die Staatsoper vorerst zum Schweigen.

Die Mühsale eines neuen Aufbruchs nahmen der Intendant Georg Hartmann und sein Generalmusikdirektor Georg Solti auf sich. Nachdem sie sich erfolgreich für Paul Hindemith und Heinrich Sutermeister eingesetzt hatten, und Werner Egk 1948 mit der Uraufführung seines Faustballetts Abraxas hervorgetreten war, veranstalteten sie 1950 die ersten Münchner Opern-Festspiele nach dem Krieg. Sie schufen ihren Nachfolgern somit ein tragbares Fundament.

Rudolf Hartmann wirkte als Staatsintendant 15 Jahre lang von 1952 bis 1967. Als Generalmusikdirektoren standen ihm dabei Rudolf Kempe, Ferenc Fricsay und Joseph Keilberth zur Seite. In die ?ra Rudolf Hartmanns fallen zwei bedeutsame Ereignisse: der Einzug in das wiederhergestellte Cuvilliés-Theater im Jahre 1958 mit der Hochzeit des Figaro und die Wiederer?ffnung des Nationaltheaters am 21. November 1963, das mit Hilfe der "Freunde des Nationaltheaters" nach den Pl?nen von Gerhard Graubner und Karl Fischer im alten klassizistischen Glanz wie ein Ph?nix aus der Asche entstanden war.


Eine neue ?ra der Münchner Oper begann 1967, als Günther Rennert die Leitung des Hauses übernahm. Gemeinsam mit Wolfgang Sawallisch, der ab 1968 als Generalmusikdirektor fungierte, verwirklichte Rennert seine umfassende Konzeption einer ausgewogenen Verschmelzung von Regietheater und Musiktheater zum Welttheater neuzeitlicher Pr?gung. In seine Planungen und Arbeiten bezog er in st?rkerem Ma?e, als das vor ihm der Fall war, auch weltbekannte G?ste ein, Regisseure wie Boleslav Barlog, August Everding, Leopold Lindtberg, Oscar Fritz Schuh, Vaclav Kaslik, Otto Schenk, Bohumil Herlischka und Jean-Pierre Ponnelle. Mit den Festspielen 1976 verabschiedete sich Günther Rennert von der Münchner Oper.

Nach einem von Wolfgang Sawallisch geleiteten Interimsjahr war August Everding bis 1982 Intendant. Sein Repertoire von Monteverdi bis Reimann umfasste traditionelle Opern ebenso wie die Werke des zeitgen?ssischen Musiktheaters. H?hepunkt der fünf Intendantenjahre August Everdings, in denen viele internationale Opernstars erstmals nach München kamen, war die Uraufführung von Aribert Reimanns Oper Lear in der Inszenierung von Jean-Pierre Ponnelle am 9. Juli 1978. 1983 übernahm Everding als Generalintendant der Bayerischen Staatstheater neue Aufgaben. Wolfgang Sawallisch wurde als Staatsoperndirektor und Generalmusikdirektor in Personalunion künstlerischer Leiter der Bayerischen Staatsoper.

Wolfgang Sawallisch reizte es, die au?erordentlichen M?glichkeiten und die Leistungsf?higkeit "seines" Hauses durch die Aufführung gro?er Werkzyklen unter Beweis zu stellen. 1983 bot er die einmalige Gelegenheit, alle 13 Musikdramen Richard Wagners zu erleben. 1988 stellte er in einem bisher einmaligen Aufführungszyklus alle Bühnenwerke Richard Strauss zur Diskussion. 1987 brachte er w?hrend der laufenden Spielzeit Wagners Ring innerhalb von 10 Tagen komplett neu heraus. In einer Zeit, in der die Spitzenproduktionen der gro?en H?user, was Werkauswahl und Besetzung betrifft, immer austauschbarer werden, suchte er nach individuellen künstlerischen Wegen. In den zehn Jahren seiner Amtszeit als Staatsoperndirektor versuchte er, das eigene Profil der Münchner Oper zu betonen, etwa durch die st?rkere Gewichtung der Spieloper und eine besondere Betonung der klassischen Moderne.


Von 1993 bis zum Ende der Spielzeit 2005/06 war Sir Peter Jonas Intendant der Bayerischen Staatsoper. Der deutschst?mmige Engl?nder war zuvor Künstlerischer Leiter des Chicago Symphony Orchestra und der English National Opera in London. Bei allem Respekt vor der Tradition verfolgte Peter Jonas st?rker das theatralische Element der Oper, auch den visuellen Aspekt, als seine Vorg?nger. Neue Regisseure und neue Bühnenbildner gaben dem traditionellen Haus ein innovatives, abenteuerlustiges Profil, das durch ein zeitgem??es PR-Konzept vermittelt wurde.

Sir Peter (1999 wegen seiner Verdienste um die Bayerische Staatsoper von der englischen K?nigin in den Adelsstand erhoben) gelang es in kürzester Zeit die lange vernachl?ssigte Barockoper ins Repertoire zurückzuholen und gemeinsam mit dem Dirigenten Ivor Bolton  und Regisseuren wie Richard Jones, David Alden und Martin Duncan einen neuen Münchner Barockstil zu entwickeln und zu etablieren. Auch das Programm der Festspiele wurde erweitert: Das Prinzregententheater als Spielst?tte konnte zurückgewonnen werden. "Oper für alle" spricht ein breites Publikum an. Die grenzg?ngerisch-experimentelle Reihe Festspiel+ erweiterte nicht nur das Festspielprogramm, sondern den Theaterbegriff um neue Einflüsse von anderen Kunstgattungen.

Von 1998 bis 2006 hat mit Zubin Mehta wieder ein gro?er Dirigent die musikalische Geschicke des Hauses geleitet, auch er mit allem Respekt vor der Tradition, aber neugierigem Blick nach vorne.


Nachdem Sir Peter Jonas und Zubin Mehta  entschieden hatten, ihre Vertr?ge nicht über das Jahr 2006 hinaus zu verl?ngern, wurde Nikolaus Bachler zum Spielzeitbeginn 2008/2009 Intendant der Bayerischen Staatsoper. Kent Nagano hatte bereits mit Beginn der Spielzeit 2006/2007 das Amt des Bayerischen Generalmusikdirektors übernommen. Gemeinsam mit einem Interimsdirektorium (Ronald H. Adler, Dr. Roland Felber/Dr. Roland Schwab und Dr. Ulrike Hessler) leitete er bis zum Amtsantritt von Nikolaus Bachler die Bayerische Staatsoper. Mit der Spielzeit 2013/14 übernahm Kirill Petrenko den Posten des Generalmusikdirektors. Er gab mit Richard Strauss' Die Frau ohne Schatten seinen Einstand.

Mit seinem Verst?ndnis von Musiktheater als Live-Erlebnis, als Theater, ?erweitert und verdichtet um die Dimension der Musik“, m?chte Nikolaus Bachler dem dramaturgischen Aspekt besondere Gewichtung verleihen. Dieser bildet neben dem exzeptionellen musikalischen sowie dem theatralischen und ?sthetischen Anspruch eine der drei wesentlichen S?ulen des Musiktheaters.

Nach oben

Geschichte des Nationaltheaters

Das Nationaltheater im Jahr 1963
Das Nationaltheater im Jahr 1963

Bau des Nationaltheaters

Das 1755 vollendete Cuvilliés-Theater wurde für die schnell anwachsende Münchner Bev?lkerung bald zu klein. 1792 beauftragte Kurfürst Karl Theodor den Hofarchitekten Maximilian von Verschaffelt deshalb mit der Planung eines neuen Opernhauses. Das allzu aufwendige Projekt wurde allerdings nicht realisiert und so schrieb der neue Kurfürst Max IV. Joseph schlie?lich einen Wettbewerb aus. Wer immer sich mit dem Bauwerk befasste, glaubte, seine Ideen für den Jahrhundertbau einreichen zu müssen. Besonders gefiel dabei das Projekt eines kaum Zwanzigj?hrigen, des am 19. September 1782 in Mannheim geborenen Karl von Fischer. Er hatte ein offenes Rangtheater entworfen, das der aus der Franz?sischen Revolution resultierenden Forderung der Bürger Rechnung trug, nicht mehr nach ?R?ngen“ in Logen unterschieden zu werden.

Hoftheaterintendant Josef Marius von Babo rief ein Aktienunternehmen für den Bau des Nationaltheaters ins Leben, die Napoleonischen Kriege verz?gerten jedoch die Realisierung der Pl?ne. 1806 wurde der Kurfürst als Max I. Joseph bayerischer K?nig, Karl von Fischer sein führender Architekt. Ein Besuch des Théatre de l'Odéon in Paris begeisterte den K?nig so sehr, dass er den Auftrag erteilte, die Brauchbarkeit des "Pariser Modells" für München zu prüfen. Im M?rz 1811 wurden Karl von Fischers revidierte Pl?ne vom K?nig genehmigt und am 26. Oktober des selben Jahres legte Kronprinz Ludwig den Grundstein.

Die Ausführung erwies sich allerdings als ebenso schwierig wie die Planung. Schon nach einem Jahr Bauzeit waren die Finanzmittel ersch?pft. Der harte Winter 1813 und der Russlandfeldzug zwangen zur Einstellung der Bauarbeiten. Als keine neuen Aktion?re zu gewinnen waren, kaufte der K?nig alle Aktien zurück und setzte den Bau auf Staatskosten fort. Am 12. Oktober 1818 konnte das Theater dann endlich er?ffnet werden. Karl von Fischer, der schon w?hrend der Bauphase in die Kritik geraten war, überlebte die Er?ffnung seines genialen Bauwerks kaum: er starb am 12. Februar 1820, noch keine vierzig Jahre alt.

Wiederaufbau 1823-1825

W?hrend einer Vorstellung am 14. Januar 1823 fing ein Dekorationsteil Feuer. Das Theater brannte bis auf die Umfassungsmauern ab. Der K?nig war untr?stlich, das ganze Land zeigte Anteilnahme. Die Stadt München übernahm schlie?lich die gesamte Wiederaufbau-Summe in H?he von 800.000 Gulden. In nur zwei Jahren wurde das Theater unter der Bauleitung von Leo von Klenze wiedererrichtet, der noch einige kleine Korrekturen vornahm. Am 2. Januar 1825 konnte das Nationaltheater dann wiederer?ffnet werden.

Zerst?rung und Wiederaufbau 1943-1963

Im zweiten Weltkrieg wurde das Haus zum zweiten Mal zerst?rt: In der Nacht des 3. Oktober 1943 trafen Spreng- und Brandbomben das Theater. Durch die gro?e Hitze schmolz selbst die eiserne Bühnenkonstruktion. Der Neubau des Residenztheaters 1951 hatte die Haushaltsmittel bereits überschritten, so dass der Landtag gegen einen Wiederaufbau des Nationaltheaters Stellung nahm. St?dteplaner wollten sogar die Ruinen beseitigen, um verkehrstechnisch in der Innenstadt etwas mehr Raum zu schaffen. Deshalb gründete eine Bürgerinitiative 1952 den Verein "Freunde des Nationaltheaters e.V.", der schlie?lich die ?ffentlichkeit für den Wiederaufbau gewann und zus?tzliche finanzielle Mittel sammelte.

1954 wurde ein Wettbewerb für einen Neubau ausgeschrieben, eine originalgetreue Rekonstruktion des Nationaltheaters stand zun?chst gar nicht zur Diskussion. Das Kultusministerium entschied sich schlie?lich für eine Weiterentwicklung eines Entwurfs von Gerhard Graubner. Gemeinsam mit dem damaligen Regierungsbaudirektor Karl Fischer erstellte dieser weitere Planvarianten, die eine Rekonstruktion schlie?lich doch realisierbar erscheinen lie?en.

Man entschied sich dabei für die Wiederherstellung der Originalfassung Karl von Fischers, gereinigt von den Hinzufügungen des widerwilligen Wiederaufbaus Leo von Klenzes und anderer Ver?nderungen des 19. Jahrhunderts. Fünf Jahre dauerte dieser Aufbau, der am Ende 62 Millionen Mark kostete. Am 21. November 1963 konnte dann das Ensemble, das zwischenzeitlich im Prinzregententheater beheimatet war, sein Haus wieder in Besitz nehmen.

Nach oben

Geschichte des Cuvilliés-Theaters

Mit dem ursprünglich als "Residenztheater" bezeichneten Geb?ude erhielt München im 18. Jahrhundert sein zweites Opernhaus. Kurfürst Max III. Joseph beauftragte 1750 seinen Hofbaumeister Francois Cuvilliés den ?lteren mit dem Neubau und bereits drei Jahre sp?ter, am 12. Oktober 1753, wurde das prachtvollste deutsche Rokokotheater mit Ferrandinis Opera seria Catone in Utica seiner Bestimmung übergeben. Mit seiner Drehbühne und dem bei festlichen Anl?ssen horizontal verstellbaren Parkett war das "Neue Opera Geb?u" auch in technischer Hinsicht ma?geblich.

Ursprünglich war das "Neue Opernhaus an der Kurfürstlichen Residenz" nur für den Hof bestimmt, als jedoch das alte Opernhaus am Salvatorplatz geschlossen werden mu?te, widmete der Kurfürst das Cuvilliés-Theater 1797 zum Hof- und Nationaltheater um und machte es dem Volk für deutsche Opern und Schauspiele zug?nglich.

Beim Brand des Nationaltheaters 1817 nahm dann auch das Cuvilliés-Theater Schaden, so da? 1823 eine Renovierung n?tig wurde. K?nig Ludwig I. entschied sich 1831 für eine endgültige Schlie?ung des Theaters, ab 1834 wurde es als Kulissendepot für das Nationaltheater verwendet. Auf Dr?ngen des Intendanten Franz von Dingelstedt wurde das Theater schlie?lich 1857 wieder er?ffnet.

Erst zu Beginn des Jahres 1944 kam es zu einer neuerlichen Schlie?ung: die Gesamtausstattung wurde abgenommen und an zwei verschiedenen Orten au?erhalb der Stadt vor den Fliegerangriffen w?hrend des Zweiten Weltkriegs in Sicherheit gebracht. Am 18. M?rz zerst?rten Bomben das ?u?erlich ann?hernd schmucklose Haus. Nach dem Krieg entstand auf seinen Grundmauern das neue Residenztheater. Das alte Theater Cuvilliés', das nie eine Fassade besessen hatte, wurde 1957/58 im Apothekenstock der Residenz im ursprünglichen Stil des Rokoko nach den Grundrissen aus der Materialsammlung Ecole Bavaroise de l′Architecture des jüngeren Cuvilliés rekonstruiert.

Nach oben